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Unser Standpunkt

Nicolas Becker

16. Feb. 2026

Banken zeigen Schwächen in der Ansprache junger Menschen

Wir haben den Beitrag der FinanzBusiness zum Thema „Banken zeigen Schwächen in der Ansprache junger Menschen“ und den Beitrag im Springer Professional „Junge Bankkunden fordern digitale Exzellenz“ mit großem Interesse gelesen.


Nicolas Becker von SSC Management Consult hat dazu folgenden Standpunkt:


Zwei aktuelle Studien zeigen ein klares Bild: Junge Menschen erwarten von Banken digitale Qualität, Transparenz und Orientierung. Apps müssen funktionieren, Informationen verständlich sein, Übergänge zwischen Kanälen reibungslos.


Was dabei oft übersehen wird: Digitale Exzellenz ist heute kein Differenzierungsmerkmal mehr, sondern Mindeststandard.


Aus unserer Beratungspraxis mit Sparkassen sehen wir: Viele Institute investieren in digitale Tools: Rechner, Chats, Social‑Media‑Formate. Das Problem liegt selten im Angebot selbst, sondern in der fehlenden Verknüpfung. Marketing, Website, Service und Beratung folgen häufig unterschiedlichen Logiken. Für junge Kundinnen und Kunden wirkt das beliebig und unterbricht Vertrauen.


Besonders deutlich wird das bei digitalen Dialogkanälen: Ein Chat, der nicht antwortet, oder Finanzbildungsinhalte ohne klaren nächsten Schritt helfen nicht weiter. Junge Menschen suchen keine Selbstdarstellung, sondern Verlässlichkeit und Anschlussfähigkeit: digital wie persönlich.


Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie stark persönlicher Kontakt gerade bei jungen Menschen wirkt.


Wenn man ein Gesicht zeigt, ins Gespräch kommt und an ihren Themen andockt, entsteht Vertrauen, das rein digital kaum aufgebaut werden kann. Genau diese Verbindung fehlt vielen Instituten noch: digitale Exzellenz wird geliefert, aber der persönliche Ankerpunkt bleibt zu blass.


Was aus unserer Sicht funktioniert:


📌Institute, die die Ansprache junger Zielgruppen vom Nutzungskontext her denken.

📌Klare Einstiege, verständliche Sprache, eine konsistente Nutzerführung über alle Kanäle hinweg.

📌Und vor allem: eine bewusste Verzahnung von digitalen Services mit persönlicher, regionaler Präsenz: etwa durch Workshops, Events oder klar angebundene Beratungspunkte.


Unser Fazit:


Junge Kundinnen und Kunden gewinnt man nicht durch mehr Lautstärke oder mehr Tools. Man gewinnt sie durch Relevanz, klare Verantwortlichkeiten und Angebote, die sich an realen Lebenssituationen orientieren.


Digitale Exzellenz öffnet die Tür. Vertrauen entsteht erst dahinter.

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