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Unser Standpunkt

Florian Schürmann

2. Okt. 2026

Mittelstand im Umbruch

Jetzt entscheidet sich, wer als Partner relevant bleibt 

Wir haben zwei Beiträge zur DSGV-Bilanzanalyse 2026 gelesen: die Meldung bei FinanzBusiness und die Auswertung auf Sparkasse.de.


Beide zeichnen dasselbe Bild: Ertragsdruck ja, Investitionsstopp nein. Die Umsatzrendite im Mittelstand ist von 4 auf rund 3 Prozent gesunken, das Betriebsergebnis im Schnitt um 5 Prozent. Gleichzeitig haben die Sparkassen im ersten Halbjahr 46,6 Mrd. Euro an neuen Krediten zugesagt, ein Plus von 5,8 Prozent. Das spricht dafür, dass viele Betriebe trotz bestehender Unsicherheiten wieder nach vorne denken. 


Florian Schürmann hat dazu einen klaren Standpunkt und das in drei Punkten: 


  1. Vor Ort schlägt (inter)national. 

    Gerade in unsicheren Phasen zeigt sich der Wert regionaler Nähe. Mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer suchen nicht den günstigsten Anbieter irgendwo in Deutschland, sondern einen Partner, der ihr Geschäftsmodell, ihre Region und ihre Perspektive versteht. Dass ausgerechnet jetzt die Kreditzusagen steigen, ist kein Zufall: Wer seine Kunden kennt, kann Chancen und Risiken einordnen und tragfähig entscheiden, wenn andere zögern. Die Sparkassen sind damit das, was sie immer sein wollten: verlässlicher Partner des Mittelstands. 


  2. Der Spagat zwischen Neugeschäft und Risikovorsorge muss weiter austariert werden. 

    Die Zahlen sind differenziert: Metall-, Fahrzeug- und Maschinenbau rutschen mit minus 3,9 Prozent Umsatzrendite erstmals tief in die Verlustzone, der Einzelhandel erreicht mit 0,3 Prozent den niedrigsten je gemessenen Wert, während das Baugewerbe seinen Gewinn um knapp 30 Prozent steigert und IT-Dienstleister zweistellig wachsen. Wachstum darf nicht zulasten einer nachhaltigen Risikosteuerung gehen. Umgekehrt darf Vorsicht nicht dazu führen, dass gute Zukunftsinvestitionen ungenutzt bleiben. Diese Balance ist keine Formel, sondern tägliche Führungsarbeit im Kreditgeschäft. 


  3. Das volkswirtschaftliche „Tal“ wird enden. Entscheidend ist, wer die Zeit bis dahin nutzt. 

    Jede wirtschaftliche Talsohle geht irgendwann zu Ende. Die entscheidende Frage lautet, welche Institute die Zeit bis dahin aktiv nutzen. Jetzt bietet sich die Chance, Kundenverständnis mit Leben zu füllen, bestehende Kundenbeziehungen zu vertiefen und durch gezielte Kundenakquisition Marktanteile zu gewinnen. Wer heute präsent ist, Vertrauen aufbaut und Unternehmen bei ihren Transformationsvorhaben begleitet, wird überproportional von einem kommenden Aufschwung profitieren. 


Unser Fazit: Sparkassen haben aktuell die Möglichkeit, ihre traditionelle Stärke neu auszuspielen: Nähe, Verständnis für den regionalen Mittelstand und eine ausgewogene Verbindung von Wachstum und Risikobewusstsein. Gerade im Umbruch entscheidet sich, wer als verlässlicher Partner wahrgenommen wird. 


Wie balancieren Sie in Ihrem Haus derzeit Neugeschäft und Risikovorsorge? Kommen Sie sehr gerne mit Florian Schürmann ins Gespräch.

 

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