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Newsletter

25. Sept. 2026

KI ersetzt den Menschen nicht, aber sie fordert neue Fähigkeiten: Das zeigen über 100 Sparkassen

Unsere KI-Studie 2026 zeigt: KI ist in der Sparkassen-Finanzgruppe angekommen, aber noch kaum im Kerngeschäft verankert.


Nur 5 % der befragten Häuser setzen KI in der Marktfolge ein, lediglich 6 % verfügen nach eigener Einschätzung über eine uneingeschränkt KI-taugliche Datenbasis. Gleichzeitig hält keine Sparkasse KI noch für einen Hype.


Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob KI kommt, sondern wie aus verfügbaren Werkzeugen wirksame Lösungen werden.


KI ist in der Sparkassen-Finanzgruppe nicht mehr erklärungsbedürftig, aber sie ist auch noch nicht selbstverständlich wirksam. Genau darin liegt aus unserer Sicht die eigentliche Botschaft unserer KI-Studie 2026: Die Institute haben den strategischen Stellenwert erkannt, stehen nun aber vor der deutlich anspruchsvolleren Aufgabe, KI vom verfügbaren Werkzeug in konkrete Prozess- und Geschäftswirkung zu überführen.


Für diese Newsletter-Ausgabe möchten wir deshalb nicht nur einzelne Studienzahlen wiederholen, sondern einordnen, was sie für Vorstände, Führungskräfte und Fachbereiche in Sparkassen praktisch bedeuten. Denn die Ergebnisse zeigen weniger ein Erkenntnisproblem als ein Umsetzungsproblem.


  • 5 % der Häuser setzen KI in der Marktfolge ein, also dort, wo das eigentliche Bankgeschäft läuft

  • 6 % der Häuser attestieren sich eine uneingeschränkt KI-taugliche Datenbasis

  • 0 % der Häuser halten KI noch für einen Hype


Daraus ergibt sich ein klarer Befund: KI ist angekommen, aber noch nicht dort verankert, wo sie die größte Wirkung entfalten kann. Entscheidend wird nun, ob Sparkassen den Schritt von der individuellen Nutzung einzelner Funktionen hin zu einem gesteuerten KI-Betriebsmodell schaffen, mit priorisierten Anwendungsfällen, klaren Verantwortlichkeiten und messbarem Nutzen für Markt, Marktfolge und Steuerung. 


Ausgangslage: Verfügbar, aber nicht wirksam 

Unsere Studienergebnisse zeigen: Die technische Verfügbarkeit allein erzeugt noch keinen Mehrwert. Der S-KIPilot und vergleichbare Anwendungen werden vielerorts bereits genutzt allerdings vor allem als Unterstützung für Büroaufgaben. Text- und E-Mail-Hilfe, Wissenssuche und Dokumentenanalyse dominieren den produktiven Einsatz. In den Fachprozessen, in denen Zeitgewinn, Qualitätssicherung oder zusätzliche Vertriebskraft entstehen könnten, bleibt der Einsatz dagegen noch deutlich zurück.


Auch die Diskussion um mögliche Personaleffekte sollte deshalb differenziert geführt werden. Die befragten Häuser erwarten KI nicht primär als kurzfristigen Ersatz von Mitarbeitenden, sondern vor allem als Hebel, um knappe Kapazitäten wirksamer einzusetzen. Gerade in Zeiten demografischer Belastung wird damit die Frage zentral, wie freiwerdende Zeit tatsächlich in Beratung, Bearbeitungsqualität und Wachstumsinitiativen übersetzt wird.


Bemerkenswert ist dabei die Klarheit in der Grundhaltung: Keine der befragten Sparkassen bewertet KI noch als vorübergehenden Hype. Die strategische Relevanz ist also gesetzt. Offen ist vielmehr, wie schnell aus Zustimmung konkrete Veränderung wird und welche Häuser früh genug Strukturen schaffen, um nicht nur mitzuhalten, sondern eigene Vorteile aufzubauen.


KI kann weit mehr als Büroassistenz, und wir zeigen Ihnen wie

Aus unserer Projektsicht zeigt sich: Wirkung entsteht meist dort, wo KI nicht als allgemeines Effizienzthema gedacht wird, sondern an einem konkreten fachlichen Engpass ansetzt. Ein Beispiel ist die KI-gestützte Neukundenidentifikation im Firmenkundengeschäft. Dabei werden öffentlich verfügbare Registerdaten im Marktgebiet strukturiert ausgewertet und zu einer priorisierten Zielkundenliste verdichtet. Aus mehreren tausend Unternehmen entstehen so rund 150 besonders attraktive Adressen jeweils mit nachvollziehbarem Akquisitionsanlass. Der Ansatz ist DSGVO-konform und kommt ohne Zugriff auf Kernbanksysteme aus.


Der entscheidende Punkt daran ist nicht die Technologie selbst, sondern die Übersetzung in einen klaren vertrieblichen Nutzen: Wen sollen wir ansprechen, warum gerade jetzt und mit welchem Anlass? Genau diese Verbindung aus Daten, Priorisierung und operativer Anschlussfähigkeit macht KI für Sparkassen relevant.


Was jetzt zu tun ist

Das Problem ist definiert und die Lösung klingt einfach, bleibt in der Umsetzung aber eine Herausforderung. Der Engpass liegt dabei weniger in der Technik. Fehlende Kompetenzen sind mit 41 % das Hindernis Nr. 1, gefolgt von unklaren Use-Cases (23 %) und Regulatorikfragen (22 %).


Aus unserer Sicht sollten Institute deshalb sechs Themen priorisieren:


  • Vom Rollout zur Verankerung: klare Ziele je Fachbereich, Key-User-Netzwerke, praxisnahe Use-Case-Playbooks

  • KI-Zielbild und priorisierte Use-Case-Roadmap: ein vom Vorstand verabschiedetes Ambitionsniveau schafft Verbindlichkeit

  • EU AI Act Governance jetzt aufbauen: Risikoklassifizierung, Verantwortlichkeiten, Dokumentation

  • Datenqualität als Vorprojekt: Stamm- und Prozessdaten bereinigen, bevor breit skaliert wird

  • Schatten-KI durch attraktive interne Alternativen eindämmen: sichtbare, niedrigschwellige Angebote statt Verbote


Kapazität in den Vertrieb lenken und befähigen: gewonnene Zeit in Beratung und Neukundengewinnung überführen


Wo steht Ihr Haus?

Die vollständige KI-Studie 2026 mit allen Ergebnissen können Sie gerne hier bestellen.

Für die meisten Häuser ist die eigene Einordnung jedoch der wertvollere Schritt. Gerne bestimmen wir gemeinsam mit Ihnen, wo Ihr Haus im Vergleich zu den über 100 teilnehmenden Instituten steht.

Herzliche Grüße 

Nicolas Becker und Ralf Pötter

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